Kultusministerium kürzt ab kommendem Schuljahr Förderstunden an den Grundschulen 
Jede hessische Schule erhält vom Kultusministerium eine Zuweisung an Lehrerstunden. Diese dienen zum einen natürlich zur Abdeckung des Pflichtunterrichts in den einzelnen Fächern. Darüber hinaus erhalten die Schulen bislang pro Klasse 1,5 weitere Stunden, von denen der Förderunterricht, sowie andere Unterstützungsmaßnahmen bestritten werden. An kleinen Grundschulen wie der Astrid-Lindgren-Schule ist davon auszugehen, dass dieser Stundenzuschlag zum neuen Schuljahr um eine komplette Stunde gekürzt wird. Der Schule stünde somit pro Woche und Klasse nur noch eine halbe (!) Unterrichtsstunde für Fördermaßnahmen zur Verfügung. Es liegt auf der Hand, dass angesichts des steigenden Bedarfs an Einzelförderungen dies einer absolut unrealistischen Einschätzung der Unterrichtssituation gleichkommt. Die GEW kritisiert die in der Zuweisung zum nächsten Schuljahr erfolgte Kürzung der Förderstunden an den Grundschulen im Umfang von 140 Lehrerstellen. Die Kürzungen sind ein Angriff auf die Entwicklung einer inklusiven Schulstruktur, um die sich viele Grundschulen unter schwierigen Bedingungen bemühen. Gerade die Förderstunden helfen dabei, schnell und flexibel auf den Unterstützungsbedarf einzelner Kinder eingehen zu können und so langanhaltenden Lernschwierigkeiten vorzubeugen. Dies gilt für Deutschfördermaßnahmen ebenso wie für die Förderung des Lernens allgemein. Bei vielerorts unzureichender sonderpädagogischer Zuweisung für Vorbeugende Maßnahmen und dem Wegfall der Stunden für inklusive Beschulung in den Förderschwerpunkten Lernen, Sprache und emotionale und soziale Entwicklung in den ersten beiden Jahrgängen sind die Förderstunden oftmals die einzige Möglichkeit der Schule, zusätzlich benötigte Unterstützung zu leisten. Keine einzige Grundschule ist in der Situation, auf diese Stunden verzichten zu können! Wir hoffen dringend auf Einsicht im Kultusministerium.
Neues Förderkonzept ab dem zweiten Schulhalbjahr
Um die Schülerinnen und Schüler besser nach ihren jeweiligen individuellen Bedürfnissen fördern zu können, hat das Kollegium ein neues Förderkonzept entwickelt und beschlossen, das in den nächsten Monaten erprobt wird:
In den Klassen 1 und 2 ändert sich zunächst nichts. Hier erhalten die Klassen weiterhin eine Förderstunde pro Klasse, die von der Deutsch- oder Mathelehrkraft erteilt wird.
In den Klassen 3 und 4 werden klassen- und jahrgangsübergreifende Fördergruppen gebildet. Je nach Hauptbedüftigkeit werden die betreffenden Kinder einem Mathematik-, Lese- oder Rechtschreibkurs zugeordnet. Mittels geeigneter Diagnoseverfahren wird die Lernausgangssituation genauer analysiert, so dass danach ganz zielgerichtet gearbeitet werden kann. Von den Änderungen erwartet sich das Kollegium eine höhere Effektivität in der individuellen Förderung.